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Aupairverbot für behinderte Kinder (Gelesen: 12154 mal)
Zenger1@web.de
Ex-Mitglied


Aupairverbot für behinderte Kinder
03.08.2007 um 22:33:46
 
Wir sind eine Familie aus Bayern. Wir haben einen behinderten Sohn. Letztes Jahr sind wir auf die Idee gekommen, ein Aupair in unsere Familie aufzunehmen zur Unterstützung für unsere Familie.
Was für ein Kampf!!
Als Andre, unsere brasilianischer Aupair mit mir auf dem Arbeitsamt war zur Anmeldung der Schock:
Familien mit einem pflegebedürftigen Menschen in der Familie dürfen k e i n  Aupair beschäftigen.
Na ja, dachten wir. Unsere Sohn ist zwar behindert und schon 7 Jahre, aber mit seinen 12 kg noch wie ein Baby zu handhaben. Das heißt konkret  das Aupair wickelt und füttert Raphael so wie er es bei einem Baby ja auch tun müßte. Aber keine Chance bei unseren bayerischen Behörden. die blieben stur!
Wir sind ziemlich enttäuscht, denn Andre, der Aupair aus Brasilien hat unsere Familie als Herausforderung  für sein weiteres Leben gesehen und wäre gerne-wirklich sehr gerne- bei uns geblieben!!
Jetzt möchte ich Familien finden, die auch mit dieser Art von Problem zu tun hatten oder haben .
Liebe Grüße Familie Zenger aus donaustauf
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APFS
Ex-Mitglied


Aupairverbot für behinderte Kinder
Antwort #1 - 04.08.2007 um 08:45:11
 
Liebe Gastfamilie,

leider liegt das Problem in Deutschland etwas tiefer.

Die Bestimmungen sagen vordergründig.

Nicht zu den Aufgaben eines AuPair gehören die Kranken- und Altenpflege (Betreuung pflegebedürftiger Familienangehöriger.


Die Anwerbestoppausnahmeverordnung -nach der sich die Bundesagentur für Arbeit richten muss- fasst es sogar etwas enger:

Eine Au-pair-Beschäftigung i. S. d. § 2 Abs. 2 Nr. 4 ASAV liegt nicht vor, wenn die/der Au–
Pair - Beschäftigte im gemeinsamen Haushalt lebende pflegebedürftige Angehörige (Eltern,
Kinder usw.) des Ehepaares
betreuen soll
. In diesem Fall ist anzunehmen, dass unter
dem Deckmantel Au-Pair eine billige Kraft für die ambulante häusliche Kranken- und
Altenpflege beschäftigt werden soll.


Die Bundesagentur für Arbeit fragt im Fragebogen an zukünftige Gasteltern ab:

8.) Die AuPair soll im gemeinsamen Haushalt lebende pflegebedürftige Familienmitglieder betreuen (ambulante Kranken- und Altenpflege)  ( ) ja  ( ) nein


Wenn Sie hier Ihr Kreuz bei Jahr gesetzt haben, so konnten Ihnen die Sachbearbeiter kein OK mehr geben. Der entscheidende Punkt ist, dass die AuPair nicht zur Pflege und Betreuung eingesetzt wird.

Üblicherweise wird die AuPair nicht zur Betreuung eingesetzt, weil diese rund um die Uhr stattfinden sollte.  Unter Betreuung versteht die Bundesagentur für Arbeit die ambulante Kranken- und Altenpflege.

Ich vermute, dass aufgrund Ihrer Angaben der Sachbearbeiter keine andere Möglichkeit hatte. Leider sollte man die Bestimmungen im Detail kennen, da man schnell über eine Auslegung stolpern kann.
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Agentur Horizont
Ex-Mitglied


Re: Aupairverbot für behinderte Kinder
Antwort #2 - 06.08.2007 um 00:09:16
 
Wir haben eine Gastfamilie mi einem behinderten Kind in der Nähe von Nürnberg, die bereits zweimal ohne Probleme mit den Behörden ein Au-Pair vermittelt bekam. Ich kann mir die Umstände, die zur Ablehnung führten, jedenfalls nur so vorstellen, wie es Kollege Gerner oben beschreibt!
War der junge Mann denn bereits im Lande??? Denn andernfalls hätte die Agentur für Arbeit im laufenden Visa-Verfahren mit Sicherheit ihre Zustimmung nicht gegeben, wenn auf dem Fragebogen das Kreuz falsch gesetzt war und das Au-Pair hätte überhaupt kein Au-Pair-Visum zur Einreise erhalten!

Meiner Meinung nach ist ein behindertes Kind kein Grund, die Beschäftigung eines Au-Pair zu verweigern, viele Agenturen fragen sogar im Fragebogen, ob ein Au-Pair auch ein behindertes Kind betreuen würde. Allerdings geht es dann um zeitweise Betreuung und nicht um Pflege, hilfreich ist es, wenn das behinderte Kind in einer Behinderten-Einrichtung gepflegt und betreut wird und nicht ständig zu Hause ist. Die Differenzierung zwischen Betreuung und Pflege dürfte in der Praxis nicht ganz einfach sein. Auf jeden Fall ist hier wohl ein grosser Ermessensspielraum der zuständigen Agentur für Arbeit gegeben.
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APFS
Ex-Mitglied


Re: Aupairverbot für behinderte Kinder
Antwort #3 - 06.08.2007 um 18:33:18
 
Liebe Familie,

Sie haben im falschen Augenblick an der falschen Stelle ein Kreuz gesetzt, wie der Kollege Stroh so richtig bemerkte, den ich gleich noch einmal zitiere.
Es handelt sich  -gestatten Sie mir die Anmerkung-  auch nicht um Gesetze, sondern Verfahrensrichtlinien und die können mit einem "grossen Ermessensspielraum durch die zuständige Agentur für Arbeit ausgelegt werden."

Bisher haben wir eigentlich fast immer Mitarbeiter gefunden, mit denen man reden konnte. Sie sind anscheinend an eine Ausnahme gekommen.
Ihnen alles Gute bei Ihrer nächsten AuPair.
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