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Einladung abgelehnt weil Gastmutter aus Usbekistan (Gelesen: 4742 mal)
Markus0707
Ex-Mitglied


Einladung abgelehnt weil Gastmutter aus Usbekistan
21.12.2010 um 21:47:01
 
Hallo.

Scheinbar haben wir ein großes Problem.
Ich versuche mal alles zu schildern.

Meine Frau kommt aus Usbekistan. Sie hat dort Germanistik studiert.
Nun lebt sie seit 8 Jahren in Deutschland und studiert hier noch mal Design. In 8 Jahren haben wir zwei Kinder bekommen :-) .
Da wir beide so viel um die Ohren haben, und meine Frau auch ihr Diplom schreibt, bemerkten wir, dass wir Hilfe brauchen.
Unser erster Gedanke war eine Krippe für unsere zwei Kinder. Der eine ist 5 und geht sowieso in die Kita. Der kleine 1,5 Jahr wollten wir in die U3 Kita geben. Doch leider ... kein Platz mehr frei... (wir sind kein akut Fall ...mhh)

Daher haben wir uns auf ein Au Pair geeinigt.    Gesucht und gefunden... wir waren soweit glücklich.

Unser Wunsch Au pair kommt aus Belarus. Naja, dachten wir.. sollte ja kein Problem werden. Wir sind davon ausgegangen, weil meine Frau deutsch studiert hat und sie auch noch hier studiert und außerdem einen unbefristete Aufenthaltstitel hat, kann da nix schief gehen.
Vertrag geschlossen und an unser Au Pair in Minsk gesandt. Damit ist sie zur Botschaft in Minsk und den Test auch dort gleich bestanden. Das war vor 8 Wochen.

Vor zwei Wochen habe ich unsere Ausländerbehörde darum gebeten, alle Anträge, Formulare und Fragen an uns zu zu schicken.
Soweit so gut... Doch heute erfahre, dass wir hätten überhaupt nicht soweit kommen dürfen, da meine Frau aus Usbekistan kommt und sie somit russisch spricht. Und wir aus diesem Grund niemanden aus einem Land einladen dürfen, welche auch russisch sprechen.

Wir sind am Boden zerstört.

Gibt es irgendeine Möglichkeit, dem Ausländeramt den Wind aus den Segeln zu nehmen.  Wir wollen niemanden aus Südamerika oder Afrika.. Nichts gegen die Menschen, aber unser beider Wunsch sieht nun mal anders aus. ( das war der Tipp der Ausländerbehörde)

Kann man hier mit einer Agentur mehr erreichen oder muss man sogar mit einem Rechtsanwalt kommen?

Ich finde das sehr unfair. Nach 8 Wochen zu sagen "Wir machen sowas grundsätzlich nicht".

Hab ich mich verständlich ausgedrückt?  Ich fühle mich dem Ausländeramt sowas von ausgeliefert. Geschweige dem Au Pair, dass nun auch schon 8 Wochen wartet.

LG

Markus
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Markus0707
Ex-Mitglied


Re: Gastfamilie Frau aus Usbekistan
Antwort #1 - 22.12.2010 um 10:36:56
 
Dies haben wir heute per eMail erhalten:

Zitat:
Hallo Herr Markus,

leider habe ich heute keine besseren Nachrichten für Sie als gestern. Ich habe eben die negative Stellungnahme an die Deutsche Botschaft in Minsk übermittelt. Sollte die Botschaft unsere Auffassung teilen - was erfahrungsgemäß der Fall ist -, muss Frau -------- mit einer Ablehnung des Visumsantrags rechnen. Über die Gründe und weiteren Möglichkeiten haben wir ja schon gesprochen. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, können Sie mich gerne noch einmal kontaktieren.

Für die Zukunft rate ich Ihnen, Au-Pairs aus anderen Sprachbereichen (z.B. Südamerika) oder aus der EU einzuladen. Manchmal gibt es bei Au-Pair-Agenturen auch Mädchen oder Jungen, die ihre Familie wechseln möchten. Gegebenenfalls finden Sie dort kurzfristig eine geeignete Kandidatin. Bitte denken Sie aber daran, dass bei einem Au-Pair-Wechsel dieselben Voraussetzungen gelten wie im Visumsverfahren, und Sie das Au-Pair erst beschäftigen dürfen, wenn eine entsprechende Arbeitserlaubnis vorliegt (Au-Pairs aus den alten EU-Ländern wie Spanien, Italien usw. sind arbeitserlaubnisfrei).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen dennoch ein wenig helfen und wünschen Ihnen und Ihrer Familie gesegnete Weihnachten.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

MTK


Die Behörde macht es sich doch etwas einfach. Pauschal einfach nein zu sagen, wenn jemand die gleiche Sprache spricht.
Mir kommen da gleich so viele Frage auf. Zb. was ist mit unseren Bürgern aus dem Osten von Deutschland. Jene dürften dann doch auch niemanden aus dem russisch sprechenden Raum nehmen. Schließlich können viele davon auch russische.
Meine Frau spricht perfekt deutsch. Wir unterhalten uns nur in deutsch, da ich nicht russisch kann. Es leben in Deutschland Menschen, welche fast kein deutsch können. Diese dürfen Au Pairs einladen. Wo bleibt denn da der Au Pair Gedanke?

Ich bin total enttäuscht und sauer. Vielleicht kann mir jemand sagen ob ich es völlig falsch sehe, oder nicht. Ich vermag es gerade überhaupt nicht zu verstehen.

LG
Markus
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APFS
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Re: Einladung abgelehnt weil Gastmutter aus Usbeki
Antwort #2 - 27.01.2011 um 15:38:06
 
Hallo Markus,

ich kann die Entscheidung der Ausländerbehörde nicht nachvollziehen.


Entscheidend ist hier, dass ein Erwachsener die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und deutsch als Muttersprache spricht.  Weiterhin dürfen AuPairs nicht aus den Heimatländern der Gastfamilie stammen, wobei dieses inzwischen keine Relevanz mehr hat und durch die BfA nicht mehr abgefragt wird. Entscheidend ist, dass ein erwachsenes Familienmitglied Deutscher ist.

Usbekistan und Belarus sind zudem nicht die gleichen Länder und die Heimatsprache der AuPair spielt keine Rolle.

Das Ausländeramt hat hier schlichtweg keine Ahnung gehabt
und eine Agentur hätte Ihnen wahrscheinlich die passende Auskunft gegeben.

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Markus0707
Ex-Mitglied


Re: Einladung abgelehnt weil Gastmutter aus Usbeki
Antwort #3 - 28.01.2011 um 00:53:53
 
Sorry das ich nicht mehr geschrieben habe. Es hat sich einiges getan.  Ich habe die Entscheidung vom Ausländeramt nicht hinnehmen wollen und habe daher Sachaufsichtsbeschwerde gegen die Entscheidung eingelegt. Desweiteren habe ich noch den Kreisbeigeordneten um Hilfe gebeten.

Über die Sachaufsichstbeschwerde wird wohl noch nachgedacht. Jedoch hat sich der Kreisbeigeordneter inzwischen (20.01) bei uns gemeldet und die Entscheidung vom Ausländeramt aufgehoben und für uns grünes Licht gegeben.  Leider hat sich aber unser Au Pair aus Belarus in der Zwischenzeit nach einer anderen Familie umgeschaut. Da sie dieses Jahr 25 Jahre wird und daher bei ihr die Zeit drängt. Wir haben dafür vollstes Verständnis.

Das Schreiben gebe ich hier bekannt. Allerdings nehme ich die Namen heraus.

Zitat:
Guten Tag Frau xxxxx,
Guten Tag Herr xxxxx,

mit E-Mail vom 27. Dezember 2010 wandten Sie sich in der Angelegenheit der Frau xxxxx, welche in Ihrem Hause eine Au-pair-Tätigkeit ausführen wollte, an mich.

Ein Au-pair soll im Rahmen seines Aufenthalts im Bundesgebiet insbesondere die Deutsche Sprache erlernen bzw. die vorhandenen Kenntnisse vertiefen.

Die Durchführungsanordnung zur Beschäftigungsversordnung schreibt daher vor, dass ein Au-pair, welches aus dem Herkunftsland der Gasteltern stammt, nicht in eine solche Familie vermittelt werden kann (DA 2.20.114). Legt man Sinn und Zweck dieser Regelung zugrunde, betrifft dies auch die Konstellation, in welcher das Au-pair und die Gasteltern dieselbe Muttersprache sprechen. Spricht das Au-pair mit den Gasteltern nicht deutsch, sondern verständigt sich in seiner Muttersprache, dient dies nicht der Vertiefung seiner Deutschkenntnisse. Die Ablehnung der Ausländerbehörde zur Visumerteilung ist vor diesem Hintergrund vertretbar und mit dem Gesetz vereinbar.

Sie haben jedoch im Rahmen des Verwaltungsverfahrens dargelegt, dass Sie, Frau xxxxx die deutsche Sprache beherrschen und Sie, Herr xxxx sich trotz Ihrer Vollzeittätigkeit auch tagsüber zuhause aufhalten. Die Umgangssprache in Ihrer Familie haben Sie mit Deutsch angegeben. Vor diesem Hintergrund kann Frau xxxxx in Ihrer Familie ihre Deutschkenntnisse vertiefen. Eine Ausnahme kann daher in Ihrem Falle vertreten werden.

Für alles Weitere bitte ich Sie, sich mit der Ausländerbehörde des xxxxxxxxx in Verbindung zu setzen.


Ich bin kein Rechtsanwalt und von daher kann ich das schreiben sachlich nicht bewerten. Einzig und alleine stelle ich fest, dass in unserem Fall Ausnahmen gemacht werden können und wurde.


Um das ganze abzurunden, haben wir seit zwei Wochen ein Wechsel Au-Pair, welche nur noch bis April bei uns bleiben kann, aber das hilft uns schon sehr. Sie kommt übrigens aus Turkmenistan und spricht ebenfalls russisch Smiley . Aber, da gab es keine Probleme. Wir haben sofort die Zusage vom Ausländeramt bekommen.

Mitlerweile haben wir sie gut kennen und schätzen gelernt und wollen sie auch gern nach dem Au-Pair Verhältnis um uns haben, da sie ein Sprachstudium beginnen will passt es auch gut. Jedoch macht uns da wieder das Ausländeramt ein Strich durch die Rechnung, da sie beim Wechsel zu uns eine Erklärung unterschreiben musste, dass sie nach dem Au-Pair Jahr zurück nach Turkmenistan reist und ggf. ein neues Visum beantragen kann/will.

Gibt es für so einen Fall Hilfe von einer Agentur um doch noch das Au-Pair Visum umschreiben zu lassen?



LG
Markus
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APFS
Ex-Mitglied


Heimatland der AuPair
Antwort #4 - 10.02.2011 um 12:10:26
 
Zitat:
Die Durchführungsanordnung zur Beschäftigungsversordnung schreibt daher vor, dass ein Au-pair, welches aus dem Herkunftsland der Gasteltern stammt, nicht in eine solche Familie vermittelt werden kann (DA 2.20.114).
Legt man Sinn und Zweck dieser Regelung zugrunde, betrifft dies auch die Konstellation, in welcher das Au-pair und die Gasteltern dieselbe Muttersprache sprechen.
Spricht das Au-pair mit den Gasteltern nicht deutsch, sondern verständigt sich in seiner Muttersprache, dient dies nicht der Vertiefung seiner Deutschkenntnisse. Die Ablehnung der Ausländerbehörde zur Visumerteilung ist vor diesem Hintergrund vertretbar und mit dem Gesetz vereinbar.

Sie haben jedoch im Rahmen des Verwaltungsverfahrens dargelegt, dass Sie, Frau xxxxx die deutsche Sprache beherrschen und Sie, Herr xxxx sich trotz Ihrer Vollzeittätigkeit auch tagsüber zuhause aufhalten. Die Umgangssprache in Ihrer Familie haben Sie mit Deutsch angegeben. Vor diesem Hintergrund kann Frau xxxxx in Ihrer Familie ihre Deutschkenntnisse vertiefen. Eine Ausnahme kann daher in Ihrem Falle vertreten werden.


Hier wird der Sinn und Zweck dieser Regelung völlig falsch ausgelegt. Es wird eindeutig von Herkunftsland gesprochen und nicht von der Muttersprache!  Ärgerlich

Dieses haben wir aoft genug in den Gremien diskutiert und es wurde uns immer bestätigt, dass man der "Familienzusammenführung vorbeugen" wollte.
Es hat nichts mit der Muttersprache zu tun.
  Leider haben wir einige Ausländerbehörden, die sich ihre eigenen "Konstellationen" schaffen.  Allerdings existiert dieses Problem nur bei Deiner Ausländerbehörde.  Zwinkernd

Interessant auch, was sich die Ausländerbehörde bei dem Wechsel hat bestätigen lassen. Das Ausländerrecht sieht tatsächlich vor, dass eine Änderung des VISA-Zweckes nur in der Heimat erfolgen kann. Auch hier kennen wir genug Ausländerbehörden, die einen neuen Visaantrag für Sprachstudien oder Studienaufenthalte von einer NOchaupair entgegen nehmen.  Zwinkernd
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